Diodenlaser bei Parodontitis: Antimikrobielle Therapie erklärt
Wie Laserlicht gezielt Bakterien in Zahnfleischtaschen eliminiert — ohne Antibiotika, ohne Skalpell, mit messbaren Ergebnissen.
Inhalt dieses Leitfadens

Warum Bakterien in Zahnfleischtaschen das Problem sind
Parodontitis ist eine bakterielle Erkrankung. Bestimmte anaerobe Bakterienstämme — insbesondere Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola und Tannerella forsythia — bilden in tiefen Zahnfleischtaschen Biofilme, die mit mechanischen Mitteln allein schwer zu erreichen sind. Diese Bakterien produzieren Enzyme und Toxine, die das Zahnfleisch und den Knochen angreifen.
Der Diodenlaser setzt genau hier an: Seine Wellenlänge (810–980 nm) wird von den dunklen Pigmenten dieser Bakterien absorbiert und zerstört sie thermisch — ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Das ist das Prinzip der selektiven Photothermolysis.
Digitaler Workflow
In einer digital ausgestatteten Praxis wird die Laserbehandlung in einen strukturierten Workflow eingebettet: digitale Befunddokumentation vor der Behandlung, Laserapplikation, digitale Kontrolle des Behandlungserfolgs.
Was Sie in einer digital ausgestatteten Praxis erwarten können
Selektive Bakterienelimination
Der Diodenlaser zerstört gezielt die Bakterien in der Zahnfleischtasche, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Die Wellenlänge (810–980 nm) wird von bakteriellen Pigmenten absorbiert, nicht von gesundem Gewebe.
Kein Antibiotikum erforderlich
In vielen Fällen kann durch die Laserbehandlung auf systemische Antibiotika verzichtet werden. Das reduziert das Risiko von Antibiotikaresistenzen — ein zunehmend wichtiges Thema in der Zahnmedizin.
Biostimulation der Heilung
Neben der antimikrobiellen Wirkung stimuliert der Laser die Zellteilung im Zahnfleischgewebe. Das fördert die Wundheilung und kann die Regeneration des Gewebes nach der Behandlung beschleunigen.
Einsatz bei Implantaten möglich
Der Diodenlaser ist auch für die Behandlung von Periimplantitis geeignet, da er Titanoberflächen nicht beschädigt. Das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber mechanischen Instrumenten bei der Implantatpflege.
Typischer Ablauf einer Diodenlaser-Behandlung
Digitale Befundaufnahme
Parodontalstatus mit Taschentiefen, Blutungspunkten und Röntgenbefund wird digital dokumentiert. Dieser Ausgangsbefund dient als Vergleichsbasis für die Erfolgskontrolle.
Mechanische Reinigung (Scaling & Root Planing)
Zahnstein und harte Beläge werden mechanisch entfernt. Dies ist die Grundlage jeder Parodontaltherapie — der Laser ergänzt, ersetzt aber nicht diesen Schritt.
Laserapplikation in die Zahnfleischtaschen
Eine dünne Laserfaser wird in die Zahnfleischtasche eingeführt. Das Laserlicht eliminiert die verbleibenden Bakterien und stimuliert gleichzeitig die Gewebeheilung. Der Eingriff dauert je nach Anzahl der Taschen 20–60 Minuten.
Digitale Erfolgskontrolle
Bei der Nachkontrolle (typischerweise nach 4–6 Wochen) werden die Taschentiefen erneut digital gemessen. Ein Vergleich mit dem Ausgangsbefund zeigt objektiv, ob die Behandlung erfolgreich war.
Prozess im Überblick
Schritt für Schritt — visuell erklärt

Häufige Fragen (FAQ)
Weiterführende Leitfäden
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Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung durch einen approbierten Zahnarzt oder Facharzt. Das Institut für Implantologie und digitale Zahnmedizin Wien ist eine gemeinnützige, unabhängige Wissenschaftsplattform — kein Behandlungsbetrieb. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Literatur; individuelle Behandlungsentscheidungen müssen stets mit einem approbierten Zahnarzt getroffen werden.