Gesichtsscan: 3D-Erfassung der Weichgewebsstruktur
Gesichtsscan: 3D-Erfassung der Weichgewebsstruktur
Strukturiertes Licht oder Photogrammetrie erfassen die Gesichtsoberfläche in Millisekunden — mit einer Präzision von unter 0,5 mm. Der Gesichtsscan liefert Daten, die DVT und Intraoralscan nicht erfassen: Lippenlinie, Lachlinie, Gesichtssymmetrie, Weichgewebsunterstützung. Diese Informationen sind für die ästhetische Planung von Frontzahnversorgungen und Vollrehabilitationen unverzichtbar.
Datenfusion: DVT + Intraoralscan + Gesichtsscan
Der digitale Zwilling entsteht durch die Fusion von drei Datensätzen: DVT (Knochen, Wurzeln, Anatomie), Intraoralscan (Zahnoberflächen, Okklusion) und Gesichtsscan (Weichgewebe, Ästhetik). Die Fusion ermöglicht eine Planung, die alle relevanten Strukturen gleichzeitig berücksichtigt — eine Möglichkeit, die mit analogen Methoden nicht existiert.
Digitale Smile-Analyse und Wax-up
Auf Basis des digitalen Zwillings wird die geplante Versorgung virtuell aufgebaut — das digitale Wax-up. Der Patient sieht das geplante Ergebnis, bevor eine einzige Schleifbewegung gemacht wird. Das digitale Wax-up kann direkt in ein Mock-up übertragen werden — eine temporäre Versorgung, die das geplante Ergebnis in der Mundsituation zeigt.
Dynamische Okklusion und Kieferbewegungsanalyse
Digitale Kieferbewegungsanalysesysteme (z. B. Jaw Motion Tracking) erfassen die individuellen Bewegungsmuster des Patienten und integrieren sie in den digitalen Zwilling. Die Planung berücksichtigt nicht nur die statische Okklusion, sondern die gesamte Kieferbewegungsdynamik — Grundlage für langlebige prothetische Versorgungen.

Digitaler Gesichtsscan vs. konventionelle Bissnahme
Beide Methoden erfassen die okklusale Beziehung – unterscheiden sich jedoch fundamental in Präzision, Reproduzierbarkeit und diagnostischem Informationsgehalt.
| Kriterium | Digitaler Gesichtsscan | Konventionelle Bissnahme |
|---|---|---|
| Erfassungsebene | 3D-Weichgewebe, Zahnoberflächen und Skelettbasis fusioniert | Statischer Biss in Zentrik, keine Weichgewebsreferenz |
| Genauigkeit | Registrierungsabweichung < 0,3 mm bei korrekter Fusion | Materialverformung von Wachs/Silikon bis zu 1–2 mm möglich |
| Kieferbewegung | Dynamische Okklusion und Protrusion/Laterotrusion messbar | Nur statischer Schlussbiss, keine Bewegungsanalyse |
| Reproduzierbarkeit | Digitaler Datensatz unbegrenzt reproduzierbar und archivierbar | Einmalig, materialabhängige Alterung und Verformung |
| Smile Design | Virtuelle Zahnaufstellung im Gesichtskontext (Mittellinie, Lachlinie) | Keine Korrelation mit Gesichtsästhetik möglich |
| Patientenkomfort | Berührungslos, Scandauer ca. 30–60 Sekunden | Abdruckmaterial im Mund, Würgereiz möglich |
| Planungsgrundlage | Direkter Import in CAD/CAM und virtuelle Artikulatoren | Manuelle Übertragung auf physischen Artikulator erforderlich |
Qualitätsstandards des Instituts
Gesichtsscan als Standard bei Frontzahnversorgungen und Vollrehabilitationen
Datenfusion DVT + Intraoralscan + Gesichtsscan vor umfangreichen prothetischen Versorgungen
Digitales Wax-up vor Präparation — kein analoges Wax-up ohne digitale Grundlage
Mock-up-Übertragung: Patient sieht geplantes Ergebnis vor definitiver Versorgung
Kieferbewegungsanalyse bei CMD-assoziierten Prothetikfällen
Fragen aus wissenschaftlicher Perspektive
Klinische Umsetzung
Gesichtsscan bei Smile4Life
Der klinische Partner des Instituts, Smile4Life, führt die beschriebenen Behandlungen nach den Qualitätsstandards des Instituts durch.
Verwandte Themen
Kurz erklärt
Der Gesichtsscan erfasst dreidimensionale Gesichtsdaten und verbindet sie mit digitalen Zahnabdrücken — für eine ästhetisch präzise Prothetikplanung, die Ihr Gesicht als Ganzes berücksichtigt.
Wann ist das relevant?
- Bei ästhetischen Restaurationen (Veneers, Kronen, Brücken)
- Bei umfangreichem Zahnersatz mit Bisshöhenkorrektur
- Wenn Gesichtsästhetik und Zahnform aufeinander abgestimmt werden sollen
- Bei kombinierter Implantat- und Prothetikplanung
Passende Leitfäden
Fragen für das Erstgespräch
- Wird für meine Behandlung ein Gesichtsscan durchgeführt?
- Wie fließen die Gesichtsdaten in die Prothetikplanung ein?
- Kann ich das digitale Ergebnis vorab sehen (Digital Smile Design)?
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Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung durch einen approbierten Zahnarzt oder Facharzt. Das Institut für Implantologie und digitale Zahnmedizin Wien ist eine gemeinnützige, unabhängige Wissenschaftsplattform — kein Behandlungsbetrieb. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Literatur; individuelle Behandlungsentscheidungen müssen stets mit einem approbierten Zahnarzt getroffen werden.
