Digitale Abformung statt Abdruck
Digitale Abformung statt Abdruck
Der erste Schritt ist die Erfassung der Mundsituation. Beim digitalen Workflow erfolgt das per Intraoralscan: ein kleiner Handscanner erzeugt ein exaktes dreidimensionales Modell von Zähnen, Zahnfleisch und Bisssituation — ohne Abdruckmasse, ohne Würgereiz, in Echtzeit. Das digitale Modell ist sofort verfügbar, kann beliebig oft eingesehen werden und dient als Grundlage für alle weiteren Schritte.
CAD: Computergestützte Konstruktion
Auf Basis des digitalen Modells wird die Restauration am Computer konstruiert (Computer-Aided Design, kurz CAD). Zahntechniker oder Behandler designen Krone, Brücke oder Veneer digital — mit exakten Passflächen, definierter Okklusion und ästhetischen Parametern, die vorab mit dem Patienten besprochen werden können. Im Gegensatz zur manuellen Wachsmodellation ist der CAD-Prozess vollständig dokumentierbar, nachvollziehbar und wiederholbar.
CAM: Maschinelle Fertigung
Der digitale Entwurf wird direkt in die Fertigung übergeben (Computer-Aided Manufacturing, kurz CAM). Eine Fräsmaschine fräst die Restauration aus einem Rohling — Keramik, Zirkonoxid, Komposit oder Kunststoff — mit einer Präzision im Mikrometerbereich. Alternativ oder ergänzend kommt 3D-Druck zum Einsatz: besonders für Provisorien, Schienen, Modelle und zunehmend auch für definitive Restaurationen.
Einprobe und Eingliederung
Die fertige Restauration wird einprobiert, ggf. minimal nachbearbeitet und eingegliedert. Dank digitaler Präzision sind Anpassungen deutlich seltener notwendig als bei analogen Verfahren.

Digitale vs. analoge Prothetik: Vergleich
Digitale und analoge Fertigungsverfahren unterscheiden sich in Präzision, Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede.
| Kriterium | Digitaler Workflow | Analoger Workflow |
|---|---|---|
| Abformung | Intraoralscan (±10 µm) | Abdruckmasse (Fehlerquote höher) |
| Konstruktion | CAD — vollständig dokumentiert | Manuelle Wachsmodellation |
| Fertigung | CAM-Fräsung / 3D-Druck | Handarbeit im Labor |
| Randschluss | < 50 µm (klinisch exzellent) | 50–150 µm (variabel) |
| Chairside-Option | Möglich (1 Sitzung) | Nicht möglich |
| Archivierung | Digitales Modell dauerhaft verfügbar | Gipsmodell, begrenzte Haltbarkeit |
| Reproduzierbarkeit | Identische Neuanfertigung möglich | Nicht möglich |
Qualitätsstandards des Instituts
Digitaler Workflow: Intraoralscan (±10 µm) als Grundlage jeder Restauration — keine Abdruckmasse, sofort verfügbares 3D-Modell.
Materialauswahl nach klinischer Indikation: Zirkonoxid (Y-TZP), Lithiumdisilikat (e.max), Hybridkeramik oder Komposit — dokumentiert und nachvollziehbar.
Randschluss < 50 µm: Digitale CAD/CAM-Systeme erreichen regelmäßig Werte unter 50 µm (klinisch akzeptabel: < 120 µm). Schlechte Passung begünstigt Sekundärkaries.
Okklusionskontrolle nach Eingliederung: statische und dynamische Bissprüfung, Korrektur von Frühkontakten. Digitale Artikulatoren ermöglichen virtuelle Vorabprüfung.
Digitale Archivierung: Alle Scans und Konstruktionsdaten werden gespeichert. Reparatur oder Neuanfertigung ohne erneuten Abdruck möglich.
Fragen aus wissenschaftlicher Perspektive
Klinische Umsetzung
Prothetik bei Smile4Life
Der klinische Partner des Instituts, Smile4Life, führt die beschriebenen Behandlungen nach den Qualitätsstandards des Instituts durch.
Kurz erklärt
Digitale Prothetik bedeutet, dass Zahnersatz – Kronen, Brücken, Prothesen – computergestützt geplant und gefräst wird. Das Ergebnis ist präziser, schneller und oft in einer Sitzung fertig. Für Patienten bedeutet das weniger Termine, weniger Abdrücke und eine bessere Passgenauigkeit.
Wann ist das relevant?
- Sie benötigen eine Krone, Brücke oder Prothese
- Sie fragen sich, was 'CAD/CAM' oder 'Chairside' bedeutet
- Sie möchten wissen, ob Zahnersatz in einer Sitzung möglich ist
- Sie vergleichen verschiedene Materialien (Zirkon, Keramik, Komposit)
Passende Leitfäden
Fragen für das Erstgespräch
- Wird mein Zahnersatz digital oder konventionell hergestellt?
- Kann meine Krone / Brücke in einer Sitzung gefertigt werden?
- Welches Material empfehlen Sie für meine Situation und warum?
- Wie lange hält digitaler Zahnersatz im Vergleich zu konventionellem?
Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung durch einen approbierten Zahnarzt oder Facharzt. Das Institut für Implantologie und digitale Zahnmedizin Wien ist eine gemeinnützige, unabhängige Wissenschaftsplattform — kein Behandlungsbetrieb. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Literatur; individuelle Behandlungsentscheidungen müssen stets mit einem approbierten Zahnarzt getroffen werden.
